Neue Schutzgebiete und Projekte

     
 
Seit der Annahme der Aueninitiative der Aargauer Umweltverbände 1993 widmet sich Pro Natura Aargau schwerpunktmässig dem Auenschutz.
Dort wo es entlang unserer Flüsse noch mö­glich ist, soll sich die Dynamik des Wassers wieder entfalten können. Verschiedene Vor­haben wurden in den letzten Jahren in An­griff genommen, einige sind bereits reali­siert.
Pro Natura möchte mit möglichst geringen baulichen Eingriffen die natürlichen Vorgänge wieder in Gang setzen, damit sich Bäche und Flüsse selbständig den zur Verfügung gestell­ten Raum zurückerobern können.

2003 - Limmatspitz in Gebenstorf
Im Mündungsgebiet von Aare und Limmat kon­nte Pro Natura über 5 Hektaren Land erwer­ben. Als Initialmassnahmen wurden ent­lang von Aare und Limmat die Uferver­bauungen ent­fernt, ein Seitengerinne ge­schaffen, der querende Unterwasserkanal eines Klein­kraft­werks renaturiert und die gan­ze Um­ge­bung extensiviert.

2004 - Wyna / Wynenmatte, Menziken
Aufwändiges Verfahren mit Kauf von Real­ersatz und Tausch über mehrere Parteien, um das geeignete Land direkt an der Wyna zu er­halten. Entfernung von zwei hohen Schwel­len, Gestaltung einer natür­lichen Steil­stre­cke, Aufweitung der rechten Ufer­seite, Schaf­fung von zwei Weihern und Exten­sivier­ung der Um­gebung.

2004/05 - Auenwald Foort, Eggenwil
Mit direktem Erwerb und Tausch gegen Real­ersatz konnte Pro Natura Aargau die privaten Grundstücke in einem 11 Hektaren grossen Ufer­wald unter Schutz stellen. Nach dem Fäl­len der standort­fremden Fichten werden auf einer Länge von gut einem Kilo­meter die Ufer­verbauungen entfernt und zwei 500 Me­ter lange Nebenarme ge­schaffen.
  So werden neue Schutzgebiete geschaffen
Für Artenschutzprojekte stark bedrohter Le­be­wesen werden spezielle noch nicht ge­schützte Stand­orte gesucht, Inventare sind dazu eine entscheidende Grundlage. Ent­we­der kommt das Le­bewesen oder der benö­tigte Lebensraum noch an diesem Standort vor oder das Gebiet eignet sich gut für eine Renaturierung oder Umgestaltung. Ideal ist, wenn die benötigte Fläche direkt er­worben werden kann, sonst muss in der Umgebung ge­eigneter Realersatz gesucht und mit der Zielfläche abgetauscht werden. Sehr auf­wän­dig wird es, wenn Tauschgeschäfte über Dritte not­wendig werden (eigentlich un­betei­ligte Parteien).

Im Rahmen von Güterregulierungen ist es möglich grössere zusammenhängende Na­tur­flächen zu schaffen und zu schützen. Um direkt Einfluss zu nehmen, kann eine Naturschutzorganisation Flächen von ver­kaufs­willigen Eigentümern erwerben. In der Bewertung der Grundstücke erhalten natur­schützerisch interessante Flächen meist wenig Punkte, da es steile, feuchte und magere La­gen sind. Land­wirt­schaftlich wert­volles Land kann gegen mehr Schutzfläche eingetauscht werden, was den Preis pro Quadratmeter wieder auf ein angemessenes Niveau bringt. Einseitig auf die Landwirtschaft ausgerichtete Güter­regu­lierungen können aber ganze Land­schaften zerstören, weil Hecken, Einzelbäume, Obst­gärten, Bäche und Klein­strukturen verschwinden.

Bereits bestehende kleine Schutzgebiete können vergrössert und damit aufgewertet wer­den. Die zunehmende Intensivierung der Land­wirtschaft hat kleine Gebiete wegen dem Nähr­stoffeintrag stark in Bedrängnis ge­bracht. In seltenen Fällen führen Land­schen­kungen zu neuen Reservaten.

Projekte in Vorbereitung:
  • Chli Rhy, Rietheim
  • Reussegg, Sins
    (in Zusammenarbeit mit der Natur­schutz­fachstelle des Kantons Aar­gau)
  • Furtbach, Oetlikon-Würenlos
       
  © Pro Natura Aargau 2009